Alters­vorsorge

Gerade in jungen Jahren denken wir zu selten an die Zukunft. Fatal wird dies, wenn wir wichtige Jahre verpassen, um für unser Alter zu sorgen. Die staatliche Rentenversicherung ist nämlich nicht immer ausreichend. Leider merken viele Menschen erst im Alter, dass Sie sich zu spät mit dem Thema Altersvorsorge befasst haben.

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Warum man sich frühzeitig Gedanken um die Altersvorsorge machen sollte

In den vergangenen Jahren ist das Durchschnittsgehalt in Deutschland stets gestiegen. Was sich auf den ersten Blick positiv für die Altersvorsorge auswirken sollte, bringt allerdings nicht viel. Denn wer auf die staatliche Rentenversicherung vertraut, wird enttäuscht. Ein Rentenpunkt errechnet sich nämlich eben durch dieses Durchschnittsgehalt. Steigt Ihr Gehalt nicht im selben Ausmaß wie das Durchschnittsgehalt in Deutschland, sammeln Sie weniger Rentenpunkte.

Darüber hinaus wollen immer weniger Menschen 40 Jahre und länger arbeiten, um anschließend eine Rente zu erhalten, die deutlich unter dem bisher erwirtschafteten Gehalt liegt. Ferner ist die gesetzliche Rente gedeckelt und reicht immer seltener, um davon zu leben. Daran sind unter anderem die enorm gestiegenen Miet- und Energiekosten Schuld.

Die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland baut auf einem Generationsvertrag auf. Der demographische Wandel zeigt, dass sich die Lage in Deutschland verschärfen wird. Sobald die Generation der Babyboomer in Rente geht, dürfte das Konzept endgültig das Gleichgewicht verlieren. Mit der Aktienrente versucht der Staat nun entgegenzusteuern.

Aber Fakt ist: rein auf die staatliche Rentenversicherung sollten Sie sich nicht verlassen. Daher ist es wichtig, sich selbst mit Ihrer Altersvorsorge auseinanderzusetzen und private Vorkehrungen zu treffen, von denen Sie im Alter profitieren können. Der Vorteil ist, dass Sie so auch bessere Bedingungen für die nachfolgenden Generationen Ihrer Familie schaffen.

Für eine sichere Altersvorsorge gibt es viele verschiedene Mittel und Wege. Alle verbindet allerdings, dass Sie Ihr Ziel mit einem langen Horizont besonders einfach erreichen können. Das heißt im Umkehrschluss, dass Sie fürs Alter umso einfacher vorsorgen, je früher Sie damit beginnen.

Wie eine Altersvorsorge nicht aussehen sollte

Seit jeher vertraut ein Großteil der deutschen Bevölkerung auf konservative Anlagemöglichkeiten wie das Sparbuch oder das Festgeldkonto. Auch in Zeiten steigender Zinsen federn die in Ausblick gestellten Zinssätze jedoch nicht annähernd die Inflation ab. Geld, das Sie auf dem Sparbuch, Tages- oder Festgeldkonto ansparen, verliert also im Laufe der Zeit an Kaufkraft.

Auch wenn diese Anlageprodukte als sehr sicher gelten, helfen Ihnen diese bei einem durchschnittlichen Einkommen kaum, ein Einkommen aufzubauen, das Sie im Alter nutzen können. Stattdessen müssten Sie sich auf die angesparten Beträge verlassen. Bei einer anhaltend hohen Inflation wäre Ihr angespartes Kapital jedoch nicht mehr viel Wert.

Des Weiteren gibt es private Rentenversicherungen, die Sie zusätzlich abschließen können. Viele dieser Rentenversicherungen sind zugleich Lebensversicherungen, die einen gewissen Geldbetrag an Ihre Erben garantieren. Auch wenn es möglich ist, durch eine private Rentenversicherung ein zusätzliches Einkommen im Alter zu erhalten, allerdings wird auch dieses aller Wahrscheinlichkeit nicht ausreichend dafür sein, um ein sorgenfreies Leben zu führen. Oft sind es selbst nach 30 oder 40 Jahren wenige hundert Euro, die Sie zusätzlich zur gesetzlichen Rente erhalten.

Ein Teil des investierten Betrags fließt nicht nur in die Verwaltungskosten Ihrer Versicherung. Auch der Versicherungsmakler erhält für den Abschluss einer solchen Renten- bzw. Lebensversicherung Prämien im vierstelligen Bereich. Vielen fällt dies nicht auf, da die Zahlung der zusätzlichen Maklergebühr auf mehrere Jahre unterteilt wird. Außerdem bezahlen Sie die Gebühr nicht in Form einer Rechnung, sondern mit Ihren monatlichen Zahlungen, die eigentlich für die Versicherung selbst gedacht sind.

Private Rentenversicherungen helfen Ihnen also zwar dabei, im Alter einen etwas höheren Geldbetrag zu erhalten, allerdings ist dies eher ein Tropfen auf dem heißen Stein. Mit einem Sparbuch oder Festgeldkonto verlieren Sie hingegen aufgrund der in der Regel höheren Inflation stets an Kaufkraft. Es müssen also alternative Wege für die Altersvorsorge her.

Diese (weiteren) Möglichkeiten zur Altersvorsorge gibt es

In der Vergangenheit haben sich zwei verschiedene Branchen als sichere Möglichkeit erwiesen, für das Alter vorzusorgen. Die Rede ist von der Börse und dem Immobilienmarkt. Doch wie sehr eignen sich diese Varianten als Absicherung fürs Alter?

Immobilien als Altersvorsorge

Immobilien können Ihnen dabei helfen, für das Alter vorzusorgen. Zudem könnten Ihnen Investments in Immobilien sogar einen früheren Ruhestand ermöglichen.

Zunächst einmal können Sie eine Immobilie zur Eigennutzung kaufen. Statt der Miete bezahlen Sie für 30 Jahre die monatliche Rate an die Bank, bis das Haus abbezahlt ist. Nach 30 Jahren zahlen Sie nicht nur keine Miete mehr, sondern haben auch eine Immobilie im Besitz, die sehr wahrscheinlich im Laufe der Zeit enorm an Wert gewonnen hat. Im Alter müssen Sie nun keine Miete mehr bezahlen, sondern nur für die Nebenkosten und Reparatur- sowie Modernisierungskosten aufkommen. Einen Cashflow ermöglicht eine eigene Immobilie allerdings nicht. Im Alter nehmen immer wieder Menschen daher eine Hypothek oder eine Grundschuld auf das Haus aus und finanzieren sich so im Alter. Auch ein Verkauf der Immobilie beim Renteneintritt ist denkbar, wenn Sie sich sicher sind, das Sie mit dem Erlös für den Rest Ihres Lebens auskommen (die gesetzliche Rente erhalten Sie schließlich ebenfalls). Allerdings ist eine eigene Immobilie gleichzeitig auch stets eine Belastung und schränkt Sie im Leben zumindest ein, was den Wohnort angeht. Eine Immobilie zu verkaufen, ist nicht immer so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheint. Auch regelmäßige Kosten für Renovierungen sind nicht zu unterschätzen.

Eine eigene Immobilie als Altersvorsorge ist also als alleinige Lösung nicht unbedingt geeignet. Als unterstützende Maßnahme ist dies jedoch sehr sinnvoll, um in Zukunft keine Miete mehr zu bezahlen.

Eine weitere Möglichkeit, um per Immobilien die Altersvorsorge zu optimieren, ist durch das Kaufen und anschließendes Vermieten der Immobilien möglich. Wirklich lohnend ist dies allerdings erst ab einer Nettorendite von 6 Prozent. Zudem gehen Sie stets das Risiko ein, dass Mieter nicht zahlen oder anderweitig Probleme mit der Immobilie auftreten. Unseren Erfahrungen nach wird es deutlich einfacher, wenn Sie die ersten zwei Immobilien erfolgreich gekauft und vermietet haben. Mit mehreren kleineren Immobilien streuen Sie das Risiko. Die Mieteinnahmen können Sie verwenden, um die Raten des Darlehens zu bedienen.

Altersvorsorge mit Aktien und ETFs

Die Vergangenheit zeigt, dass es sich trotz Blasen an der Börse wie in den 2000ern (Dotcom-Blase) oder der Finanzkrise im Jahr 2008 sehr lohnen kann, Aktien zu kaufen oder in ETFs zu investieren. Das trifft vor allem dann zu, wenn Sie nicht nach schnellem Reichtum streben, sondern langanhaltend in verschiedene Vermögenswerte an der Börse investieren und so über die Jahre ein diversifiziertes Portfolio aufstellen.

Sie können so mit jährlichen Renditen von rund sechs Prozent rechnen, auch wenn Sie stets das Risiko eines Totalverlustes bei einem Investment in Aktien und ETFs eingehen. Wenn Sie Ihr Portfolio jedoch diversifizieren, sollten Sie nicht allzu sehr von einem Totalverlustrisiko betroffen sein.

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Immer wieder wird zudem von Kryptowährungen zur Altersvorsorge berichtet. Allerdings sollten Sie kein Geld, das Sie für Ihre Altersvorsorge benötigen, in hochriskante Vermögenswerte setzen.

Die 3 Säulen der Altersvorsorge

In den sogenannten 3 Säulen der Altersvorsorge1Deutsche Rentenversicherung – https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Rente/Moeglichkeiten-der-Altersvorsorge/Drei-Saeulen-der-AV/DS-Die-drei-Saeulen-der-Altersvorsorge.html werden die einzelnen Bestandteile noch einmal benannt und näher beleuchtet.

  • Öffentlich-rechtliche Pflichtsysteme: Hierzu zählen zum Beispiel die gesetzliche Rentenversicherung oder bei Beamten eben die Beamtenversorgung. Die öffentlich-rechtlichen Pflichtsysteme bilden die erste Säule Ihrer Altersvorsorge.
  • Private Vorsorge: Zur privaten Vorsorge gehört zum Beispiel die beliebte Riesterrente. Des Weiteren zählen hierzu weitere Maßnahmen wie private Rentenversicherungen, aber auch Einkünfte durch Wertpapiere oder Immobilien können wir zur Säule der privaten Vorsorge zähle, wenngleich die Einnahmen durch Vermögenswerte nicht sicher sind.
  • Betriebliche Vorsorge: Die betriebliche Altersvorsorge wird oft vernachlässigt und unterschätzt. Dabei ist sie sehr praktisch, da sich der Arbeitgeber um viele Gegebenheiten kümmert und oft einen zusätzlichen Beitrag leistet.

Das Thema private Altersvorsorge ist ein sehr wichtiges, denn allein mit der gesetzlichen Rente können die meisten Verbraucher ihren Lebensstandard im Rentenalter nicht halten. Wir möchten Ihnen mit unserer Schritt-für-Schritt Anleitung aufzeigen, wie Sie die für Sie persönlich beste Altersvorsorge finden und abschließen können.

Altersvorsorge wählen und abschließen – so können Sie vorgehen

  1. Passenden Sparvertrag zum Aufbau der Altersvorsorge wählen:

    Im ersten Schritt geht es beim Thema private Altersvorsorge erst einmal darin, dass Sie das für sich geeignete Produkt finden. Hier gibt es am Markt mehrere Angebote, insbesondere:

    Banksparplan, Private Rentenversicherung, Kapitallebensversicherung, Fondssparen, ETF-Sparplan, Aktiensparplan

    Banksparplan, Kapitallebensversicherung und klassische private Rentenversicherung sind mittlerweile weniger empfehlenswert, weil diese einfach eine recht geringe Rendite verbriefen. Daher raten Experten häufiger zu Fonds- und ETF-Sparplänen, die bestens zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge geeignet sind. In unserem Beispiel für die Schritt-für-Schritt Anleitung gehen wir davon aus, dass Sie sich für einen renditestarken ETF-Sparplan als Ihr Produkt zum Aufbau einer privaten Altersvorsorge entscheiden. Bei den anderen Formen ist der Ablauf teilweise abweichend, zumindest was den entsprechenden Anbieter angeht.

  2. Angebote miteinander vergleichen:

    Da Sie sich im Beispiel für einen ETF-Sparplan entschieden haben, geht es im zweiten Schritt darum, dass Sie die unterschiedlichen Fonds miteinander vergleichen und die ETFs selektieren, die aus Ihrer Sicht am besten zu Ihnen passen. Dazu ist es wichtig, dass Sie sich Gedanken zu Ihren Anlagezielen und zum Anlegertyp machen. Hilfreich sind sogenannte Fondsfinder, mittels derer Sie im Internet die zahlreichen ETFs nach und nach selektieren können. Sinnvoll ist zum Beispiel, dass Sie sich die Performance aus der Vergangenheit betrachten und zum Beispiel für einen ETF entscheiden, der den Aktienmarkt sehr breit abbildet.

  3. Depot bei einer Bank oder einem Broker eröffnen:

    Wenn Sie einen Fondssparplan bzw. ETF-Sparplan einrichten möchten, benötigen Sie zuvor ein Wertpapierdepot, in dem später die Fondsanteile eingebucht werden. Ein derartiges Depot bieten neben Filialbanken und Direktbanken auch Online-Broker an. Wir gehen im Beispiel davon aus, dass Sie sich für einen oft recht günstigen Online-Broker entscheiden.

    Dort nehmen Sie zunächst die Depoteröffnung vor, indem Sie einen entsprechenden Online-Antrag ausfüllen. Sie machen Ihre persönlichen Angaben, senden den Antrag an den Broker und nehmen die übliche Legitimierung vor, meistens entweder per PostIdent- oder per VideoIdent-Verfahren. Im Anschluss daran erhalten Sie Ihre neue Telefonnummer nebst Zugangsdaten, mit denen Sie sich anschließend im System einloggen können.

  4. ETF-Sparplan einrichten:

    Nachdem Sie das Depot bei einem Online-Broker eröffnet haben, geht es nun darum, den entsprechenden ETF-Sparplan einzurichten, der anschließend zum Aufbau Ihrer persönlichen Altersvorsorge dienen soll. Innerhalb des Sparplans müssen Sie noch einige Angaben machen, insbesondere natürlich dazu, welche Fondsanteile ab sofort regelmäßig gekauft werden sollen. Ferner geben Sie vor, in welchen Abständen die Käufer stattfinden und natürlich, welchen Betrag Sie – zum Beispiel monatlich – ansparen möchten. Den so ausgefüllten Antrag auf das Einrichten eines ETF-Sparplans senden Sie ab und erhalten anschließend eine Bestätigung.

  5. Ausführung des Sparplans:

    Nachdem der Online-Broker den ETF-Sparplan eingerichtet hat, findet infolge dessen ab sofort – zum Beispiel monatlich – ein regelmäßiger Kauf der Fondsanteile statt. Im Gegenzug wird jeweils der entsprechende Gegenwert in Euro von Ihrem Referenzkonto abgebucht, bei dem es sich im Normalfall um Ihr normales Girokonto handelt. Der Sparplan hat in der Regel keine befristete Laufzeit, sodass Sie ihn normalerweise mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten jederzeit auflösen können. Sicherlich ist es sinnvoll, wenn Sie hin und wieder schauen, wie sich der Wert der entsprechenden Fondsanteile entwickelt hat und ob Sie vielleicht einen Fondstausch vornehmen möchten.

Fazit: Altersvorsorge kombinierend meistern

Jede der vorgestellten Möglichkeiten hat Ihre Vor- und Nachteile bzw. Chancen und Risiken. Am besten fahren Sie, wenn Sie die vorgestellten Möglichkeiten zur Altersvorsorge kombinieren. Auch wenn ein geringes Risiko stets besteht, sollten Sie mit dem Geld, das Sie für Ihre Altersvorsorge nutzen wollen, nicht in hochspekulative Anlageklassen wie P2P-Kredite oder Kryptowährungen investieren.

Mit einem gesunden Mix aus Investitionen in Aktien, ETFs und Immobilien sowie einer kleinen privaten Rente und der ohnehin vorgesehenen gesetzlichen Rente sind Sie gut beraten. Je früher Sie damit beginnen, Geld für Ihre Altersvorsorge anzulegen, umso früher erreichen Sie das Ziel und können sich so unter Umständen eventuell sogar einen früheren Ruhestand erlauben.

Letztlich ist es tatsächlich ein Zusammenspiel der drei Säulen der Altersvorsorge.

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Oliver Schoch

Oliver Schoch ist Bankkaufmann und Finanz-Journalist. Im Rahmen seiner Spezialisierung schreibt er mittlerweile seit 14 Jahren Artikel zu unterschiedlichen Finanz-Themen wie Börse, Versicherungen, Finanzierungen oder Geldanlage. Dabei gibt Oliver Schoch Lesenden gerne Ratschläge für den Finanz-Alltag und zeigt, wie interessant und alltäglich das Thema Finanzen in der Praxis ist.

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