Sebastian Buosi

Sebastian Buosi

Über die Versicherungswirtschaft zur klassischen Bank hin zu digitalen und alternativen Anlagen kam Sebastian früh mit Finanzthemen in Berührung. Dieses Interesse wurde dank der Möglichkeiten aus dem digitalen Wandel in der Finanzbranche weiter verstärkt. Daher hat er sich weiter auf Themen wie Bitcoin, NFT, Uhren und das nachhaltige Investieren spezialisiert.

Fonds – was versteht man darunter eigentlich?

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Fonds – was versteht man darunter eigentlich?

Um dieses elementar wichtige Thema möglichst locker aufzubereiten, soll die oben genannte Frage “was man unter Fonds versteht” durch insgesamt fünf Punkte beantwortet werden, die jeweils einen anderen Teilaspekt abdecken. Nachfolgend sind sie aufgelistet und bieten dabei wichtige Informationen.

Fonds kann man sich als großen Topf vorstellen

Sonderlich illustrativ klingt das zunächst sicherlich nicht. Es wird aber klarer, was gemeint ist, wenn man die Sache noch etwas ausführlicher beschreibt. Deshalb erst einmal von Anfang an.

Ein Fonds entspricht in übertragenem Sinne einem großen Topf, in den viele verschiedene Anleger und Anlegerinnen Geldbeträge einzahlen. Im Gegenzug erhalten Sie je nach Beitragshöhe Fondsanteile, die im Laufe der Zeit an Wert gewinnen oder verlieren können. Das gesamte eingesammelte Fondsvermögen wird wiederum in diverse Assetklassen investiert. Zu den häufigsten Formen gehören dabei Aktien oder festverzinsliche Wertpapiere. Von einer möglichen Wertsteigerung profitieren letztlich alle.

Der Fonds wird von speziellen Managern verwaltet. Die Profis können entgegen des viel verbreiteten Glaubens allerdings nicht nach reinem Belieben handeln, sondern sind an teils strenge gesetzliche Auflagen gebunden. Diese wurden spätestens im Zuge der globalen Finanzkrise nochmals drastisch verschärft. Hinzu kommen die selbst auferlegten Anlageprinzipien des jeweiligen Fonds. Hier wird festgelegt, dass beispielsweise nur in US-amerikanische Unternehmen oder ausschließlich in die IT-Branche investiert werden soll.

Das vorrangige Ziel eines jeden Fondsmanagers sollte dabei stets darin bestehen, das vorliegende Risiko möglichst zu minimieren. Am besten funktioniert dies anhand der sogenannten Diversifikation, wobei das Geld in viele verschiedene Asset-Klassen angelegt wird. Ein Totalverlust ist zwar auch damit nicht völlig unmöglich, allerdings mehr als unwahrscheinlich.

Aktiv oder passiv – das ist hier die Frage

Für welche von beiden Varianten man sich entscheidet, hängt letztlich in großen Teilen auch von der persönlichen Präferenz ab. Um sich ein eigenes Urteil zu bilden, empfiehlt es sich zunächst natürlich, die unterschiedlichen Arten kurz näher zu beleuchten.

Aktiv gemanagte Fonds werden von professionellen Managern beaufsichtigt und verwaltet. Sie entscheiden – unter Berücksichtigung der allgemeinen Vorgaben – welche Wertpapiere zu welchem Zeitpunkt gekauft beziehungsweise verkauft werden sollen. In diesem Zuge sprechen sie häufig mit Analysten, die beispielsweise die Zahlen eines Unternehmens genau im Blick behalten und somit in der Lage sind, potenziell künftige Entwicklungen vorauszuahnen. Ferner suchen die Fondsmanager nicht selten den Rat der Firmenchefs auf, um sich von ihnen einen genauen Blick über das Unternehmen verschaffen zu lassen.

Bei passiv gemanagten Fonds läuft schließlich alles etwas anders ab. Hier gibt es keine spezialisierten Manager, die sich über ganze Branchen oder einzelne Firmen auf dem Laufenden halten. Stattdessen geht es hier um sogenannte Indexfonds. Ihre Aufgabe ist es, einen Aktien- oder sonstigen Wertpapierindex genau abzubilden. Das kann zum Beispiel der DAX oder der NASDAQ sein. Die Fondsstruktur ist also genau vordefiniert und kann durch einzelne Entscheidungen auch nicht verändert werden. Besonders großer Beliebtheit unter diesen passiv gemanagten Indexfonds erfreuen sich seit einigen Jahren die ETFs. Dies ist nichts weiter als eine Abkürzung für die englische Bezeichnung “Exchange Traded Funds”. Ein wesentlicher Vorteil dieser Anlageform liegt in den vergleichsweise sehr niedrigen Kosten, die sich je nach Angebot lediglich auf circa 0,3%-0,5% belaufen. Damit können die aktiv gemanagten Fonds nicht mithalten. Hier fallen nämlich vor allem die Kosten für das im Hintergrund operierende Personal an.

Fonds ist nicht gleich Fonds – die unterschiedlichen Arten in der Übersicht

Jeder der nachfolgend vorgestellten Fondsspezifikationen bringt sowohl eigene Vor- als auch Nachteile mit sich. Nicht selten kann die Lösung übrigens in einer Mischung der diversen Untergruppierungen liegen. Wozu man sich am Ende aber tatsächlich hingezogen fühlt, kann immer nur ein Ergebnis der individuellen Umstände und Vorlieben sein.

  • Aktienfonds: Wie der Name unschwer erahnen lässt, handelt es sich hierbei um einen Investmentfonds, der schwerpunktmäßig auf Aktien als Anlageform setzt. Der Fonds wird durch seine gewählte Strategie somit unter anderem zum Teilhaber des Unternehmens, an dem er Anteile besitzt. Er kann also einerseits von den erwirtschafteten Gewinne der Firma profitieren, andererseits aber auch von deren potenziellen Verlusten in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Erträge setzen sich dabei aus den realisierten Kursgewinnen zuzüglich etwaiger Dividenden zusammen. Übrigens ist es möglich, mittels Aktienfonds bestimmte Regionen, Länder oder Branchen abzudecken. So könnte es etwa sein, dass sich ein Fonds auf deutsche Industriewerte spezialisiert hat. Wer sich für Aktienfonds als Investmentform entscheidet, muss wissen, dass dies ein gewisses Maß an Risikobereitschaft voraussetzt. Immerhin unterliegt der Fonds hier konjunkturellen Schwankungen sowie den unternehmensspezifischen Risiken. Eine möglichst lange Haltedauer kann dem jedoch entgegenwirken.
  • Immobilienfonds: Auch an dieser Stelle wird natürlich deutlich, wo das Hauptaugenmerk liegt. Mit den verwalteten Geldern investieren Immobilienfonds vornehmlich in Häuser und Grundstücke, die sowohl im In- als auch im Ausland liegen können. Innerhalb der Gruppe der Immobilienfonds gibt es weitere Unterteilungen, die zu beachten sind. So legen die sogenannten offenen Immobilienfonds ihre Gelder vornehmlich in Hotels, Einkaufszentren oder auch Bürogebäuden an. Hier gilt zudem eine Mindesthaltedauer von zwei Jahren. Rund zwölf Monate vor einem geplanten Verkauf müssen die Anleger und Anlegerinnen ihre Veräußerung bekanntgeben. Dennoch sind offene Investmentfonds insgesamt deutlich flexibler als ihre geschlossenen Pendants, bei denen die Investoren über einen längeren Zeitraum an ihre Anlage gebunden sind. Meist wird das Kapital hier außerdem nur in ein oder wenige Objekte angelegt.
  • Rentenfonds: Entgegen der weitläufigen Meinung haben Rentenfonds nichts mit Altersbezügen zu tun. Stattdessen investieren sie vornehmlich in festverzinsliche Wertpapiere und sichere Anleihen. Zu bemängeln sind hier jedoch die niedrigen Zinsen, die die aktuelle Inflation bei weitem nicht ausgleichen können. Für Anleger entsteht somit ein deutlicher Wertverlust. Ein weiterer eher negativer Aspekt ist die verhältnismäßig hohe Inflexibilität. Investoren müssen ihr Kapital für einen genau festgelegten Zeitraum zur Verfügung stellen. Im Gegenzug gibt es meist regelmäßige Zinszahlungen, die in der momentanen Situation aber quasi zu vernachlässigen sind. Für gewöhnlich schwanken die Kurse bei Rentenfonds nur schwach, was sie vor allem für risikoaverse Personen attraktiv macht.
  • Mischfonds: Sollen es Aktien, Rohstoffe oder Rentenpapiere sein? Warum eigentlich nicht alles zusammen? Mischfonds bieten tatsächlich die Möglichkeit, mehrere Asset-Klassen unter einem Dach miteinander zu kombinieren. Dadurch kann quasi jedes individuelle Chance-Risiko-Profil abgedeckt werden. Bei einer relativ konservativen Strategie etwa dominieren sichere Anlagen wie festverzinsliche Wertpapiere. Wer es gerne etwas offensiver hat, kann dagegen auf Mischfonds mit einer Übergewichtung zugunsten von Aktien oder Währungen setzen. Damit steigt zwar das Risiko, gleichzeitig aber auch die Rendite – zumindest in der Theorie.
  • ETFs: Auf sie wurde weiter oben bereits eingegangen. Die börsengehandelten, passiven Indexfonds bilden ausgewählte Indizes und deren Performance so präzise wie möglich ab. Zu den bekanntesten ETFs gehört übrigens der MSCI World, der sich besonders für Einsteiger und Einsteigerinnen eignet. Seine breite Diversifikation aus fast 1600 Unternehmen und 23 Ländern bietet eine beispiellose Risikoverteilung. Trotzdem geht es natürlich auch für den MSCI World nicht ununterbrochen nach oben. Während der Corona-Pandemie und insbesondere zu deren Beginn musste selbst der heißgeliebte MSCI World Federn lassen. Im historischen Vergleich erzielte er bislang allerdings eine Rendite von etwa 8%-9% pro anno. Eine Garantie, dass es künftig so weitergehen wird, ist das jedoch nicht.

Ausschütten oder reinvestieren – was darf es sein?

Ein weiteres Merkmal, das bei Fonds definitiv Beachtung geschenkt werden sollte, ist die Frage, wie mit realisierten Gewinnen verfahren wird. Letztere setzen sich aus den beiden Komponenten Kurssteigerungen sowie Dividenden beziehungsweise Zinsen zusammen. Was bei ausschüttenden Fonds geschieht, sollte selbsterklärend sein. Die Investoren bekommen die Profite in regelmäßigen Abständen auf ein Referenzkonto transferiert und können damit im Anschluss sozusagen nach Belieben verfahren. Beim etwas sperrigen Namen der thesaurierenden Fonds werden die Gewinne hingegen einbehalten und wieder investiert. Dadurch sparen sich die Anleger und Anlegerinnen nicht nur die sonst anfallenden Steuern, sondern profitieren darüber hinaus auch vom berühmten Zinseszinseffekt. Selbstverständlich kann die finale Entscheidung für oder wider eine der beiden Formen nur unter Berücksichtigung der persönlichen Faktoren getroffen werden. Wie so vieles im Leben, haben auch thesaurierende und ausschüttende Fonds ihre Vor- und Nachteile. Diese müssen gegeneinander abgewogen werden.

Was sind denn nun die individuellen Umstände?

Bereits mehrfach wurden sie in diesem Ratgeber schon angesprochen, bislang aber immer nur sehr oberflächlich. Die Rede ist natürlich von den individuellen Umständen, die bei der Wahl für einen bestimmten Fonds stets eine zentrale Rolle spielen oder dies zumindest sollten. Persönliche Faktoren könnten unter anderem das Alter, die Risikoneigung oder der finanzielle Spielraum sein. Ferner müssen die Wünsche und Ziele in Betracht gezogen werden. Für junge Personen mit hoher Risikoaffinität beispielsweise eignet sich ein Aktienfonds eher als ein Rentenfonds. Mischfonds dürften hingegen gut zu denjenigen passen, die eine akzeptable Rendite bei gleichzeitig überschaubarem Risiko erzielen möchten.

Fonds: Wichtiges zum Abschluss

Wem Fonds bis dato zusagen, möchte logischerweise auch wissen, wo sie im Fall der Fälle überhaupt gehandelt werden können. Sofern ein Fonds börsenfähig ist, kann er an jedem für ihn zugelassenen Kapitalmarkt gekauft und verkauft werden. Von den aktuell circa 7000 in Deutschland verfügbaren Fonds sind knapp 3000 alleine an der Frankfurter Börse handelbar. Ansonsten bietet sich immer auch die Möglichkeit, den Rat der eigenen Bank einzuholen und sich dort über die jeweiligen Wege des Fondskaufs zu informieren.

Zum Ende hin noch drei Tipps, auf die es beim Fondskauf definitiv zu achten gilt. Wer sie befolgt, kann im Nachhinein bares Geld sparen und die eigene Rendite steigern.

  • Anlagestrategie: Es bringt nichts, einen Fonds zu kaufen, mit dessen Investmentphilosophie man sich nicht identifizieren kann. Wer also beispielsweise bei Rüstungsaktien Bauchschmerzen bekommt, sollte sich lieber im Vornherein überlegen, ob er sein Geld tatsächlich in diesen Fonds anlegen möchte.
  • Kosten: Gebühren haben einen maßgeblichen Einfluss darauf, welche Rendite am Ende übrig bleibt. Wer sich also für verhältnismäßig teure Angebote entscheidet, muss einen besonders guten Fondsmanager erwischen, um letztlich dennoch an einen ansehnlichen Wertzuwachs zu gelangen.
  • Wertentwicklung: Wie hat sich der Fonds in der Vergangenheit geschlagen? Das ist zwar gewiss kein Indiz und schon gar keine Garantie für die spätere Performance, kann aber helfen, sich einen ersten Überblick zu verschaffen und die Angebote somit ein wenig zu filtern.

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