Autor Paul Roth

Paul Roth

Paul sitzt mit seinem Studium des Bankmanagements direkt am Puls der Wirtschaft. Er fasziniert sich besonders für aktuelle Trends am Finanz- und Kapitalmarkt. Von Anleihen, über Aktien, ETFs, Rohstoffen, Immobilien und Kryptowährungen, möchte er für den Leser gerne über die grundlegenden Zusammenhänge berichten.

In unserer eigenständigen Publikation “Finanzen aktuell” bieten wir tiefe Einblicke in die neuesten Entwicklungen und Ereignisse aus Ökonomie, Gesellschaft und Politik, die die Finanzwelt beeinflussen. Wir bieten Ihnen aufschlussreiche Analysen und erläutern, wie diese Geschehnisse Ihre Finanzentscheidungen beeinflussen können.

Finanzen aktuell: Das Wichtigste in Kürze

  • DAX hält 16.000er Marke
  • Neue Klagewelle in den USA – BASF betroffen
  • Amerikanische Börsenaufsichtsbehörde SEC schürt Unruhe im Finanzsektor
  • neue Chancen im Immobilienmarkt
  • Zinsentscheidung der FED im Fokus der kommenden Handelswoche

Märkte im Überblick

In der vergangenen Handelswoche zeigte die deutsche Aktienlandschaft kaum Veränderungen. Der DAX eröffnete den Freitag mit einem marginalen Rückgang von 0,1 Prozent und pendelte bis zum Vormittag bei 15.970 Punkten.

Kursentwicklungen deutscher Aktien im DAX
Kursentwicklungen deutscher Aktien im DAX

Paradoxerweise waren die asiatischen Märkte zu Beginn des Handelstages leicht positiv gestimmt und reflektierten damit die Erholung an der Wall Street vom Vortag. Die Technologiewerte standen dabei im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, da die Chancen auf eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank in der folgenden Woche zu sinken schienen.

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Indes verdunkelt sich der konjunkturelle Ausblick. Dies wird durch die jüngsten Daten zu den amerikanischen Arbeitslosenanträgen belegt, die auf den höchsten Stand seit über einem Jahr gestiegen sind. Nichtsdestotrotz wird eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank im Juli von Finanzakteuren als nahezu sicher eingestuft. Ein altbekanntes Phänomen tritt hierbei wieder zutage: “Märkte können weit über das fundamental gerechtfertigte Niveau hinaus laufen, bevor sie korrigieren.”

BASF unter Druck – Finanzen aktuell

Industrieunternehmen weltweit sehen sich mit einer neuen Herausforderung konfrontiert: den sogenannten “Ewigkeitschemikalien”. Diese schwer abbaubaren Stoffe, bekannt als PFAS-Chemikalien, werden mit Umweltverschmutzung und gesundheitlichen Risiken in Verbindung gebracht. Ein besonders betroffenes Unternehmen ist der deutsche Chemieriese BASF, der derzeit mit einer Vielzahl von Klagen konfrontiert ist1US-Umweltbehörde – https://www.epa.gov/pfas –  abgerufen am 09.06.2023.

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Ewigkeitschemikalien (PFAS) sind schwer abbaubar und werden mit Umweltverschmutzung und Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht. BASF steht als Hersteller dieser Chemikalien vor einer milliardenschweren Herausforderung.

Besonders ins Auge fällt die Rolle des deutschen Konzerns BASF. Mit Stand Januar 2023 sieht sich BASF in über 2200 Fällen mit Klagen konfrontiert. Die Schuld an dieser Last hat das Unternehmen durch die Übernahme der Schweizer Ciba Specialty Chemicals im Jahr 2009 geerbt. Das Unternehmen hält sich derzeit noch bedeckt, ob es einen außergerichtlichen Vergleich anstrebt. In seinem jüngsten Geschäftsbericht warnt BASF jedoch, dass ein ungünstiger Ausgang der Verfahren erhebliche Auswirkungen auf das Unternehmensergebnis haben könnte2BASF Investor Relations – https://www.basf.com/global/de/investors.html – abgerufen am 09.06.2023.

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Mit mehr als 2200 anhängigen Fällen ist BASF eines der am stärksten betroffenen Unternehmen in der PFAS-Krise. Ein negativer Ausgang dieser Verfahren könnte das Unternehmen erheblich belasten.

Rechtsexperten gehen davon aus, dass den Herstellern in den USA noch weitere milliardenschwere Schadenersatzforderungen drohen. Die Streitigkeiten könnten sich zu einer der teuersten juristischen Auseinandersetzungen in den USA entwickeln. Einige sprechen bereits vom “neuen Glyphosat”. Die Chemikalie zur Unkrautvernichtung hat den Hersteller Bayer bereits mehr als zehn Milliarden Euro zur Beilegung von Klagen gekostet.

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Die Zukunft von BASF

Die Situation stellt für BASF ein komplexes Problem dar. Die ökologischen und gesundheitlichen Risiken sowie die finanziellen Belastungen könnten sich als erhebliche Herausforderung für das Unternehmen erweisen. Es bleibt abzuwarten, wie die Situation sich weiter entwickelt und welche Auswirkungen dies auf BASF und die gesamte Chemieindustrie haben wird.

BAS.F
BASF SE
Frankfurt
45,70 €
0,815 €
1,82%

Entwicklungen in der Finanz- und Bankenbranche

SEC-Aktionen gegen Coinbase und Binance –  Finanzen aktuell

Die Kryptowährungsbranche wurde in der vergangenen Woche auf den Kopf gestellt, als die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde (SEC) zwei bedeutende rechtliche Schritte gegen führende Krypto-Börsen einleitete.

Am Dienstag verklagte die SEC Coinbase, eine der größten Kryptobörsen in den USA, vor einem Bundesgericht in New York. Sie wirft Coinbase vor, über Jahre hinweg gegen ihre Aufsichtsregeln verstoßen zu haben, indem es seine Kunden mit Token handeln ließ, die in Wirklichkeit als Wertpapiere betrachtet werden sollten. Demzufolge agierte Coinbase als nicht registrierte Börse, auf der nicht registrierte Wertpapiere gehandelt wurden. Die Nachricht über die Klage führte dazu, dass der Kurs von Coinbase am Dienstag nach Handelsstart an der Wall Street zeitweise um rund 20 Prozent einbrach.

COIN
Coinbase Global, Inc.
NasdaqGS
234,35 €
1,60 €
0,68%

In einer ähnlichen Entwicklung beantragte die SEC am selben Tag vor einem amerikanischen Bundesgericht, die US-Vermögenswerte der weltgrößten Kryptobörse Binance einzufrieren. Die Aufsichtsbehörde hatte zuvor Binance und ihren CEO Changpeng Zhao verklagt, weil sie glaubt, dass Binance eine nicht lizenzierte Wertpapierbörse betreibt. Darüber hinaus wirft die Behörde Binance vor, Investoren in Bezug auf ihre Marktüberwachungsmechanismen getäuscht und es versäumt zu haben, US-Kunden von ihrer Plattform fernzuhalten.

Kryptowährungen

Diese Aktionen der SEC zeigen eine klare Verschärfung der Regulierungsbemühungen in der Kryptowährungsbranche und könnten weitreichende Folgen für die zukünftige Entwicklung des Sektors haben.

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Finanzen aktuell: Entwicklungen in der Immobilienbranche

Die aktuellen Trends in der Immobilienbranche stehen unter dem Einfluss diverser Faktoren, wie die Erwartungen und Bedürfnisse der Mieter, Marktbedingungen und technologische Entwicklungen. Insbesondere das Interesse an umweltfreundlichen Wohnungen, einer effizienten digitalen Interaktion mit den Immobilienbesitzern und der Zugang zu verschiedenen Verkehrssystemen stellen signifikante Ansprüche der Mieter dar.

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In jüngster Zeit haben Studien wie die von Civey, durchgeführt im Namen der Aareal Bank, aufgezeigt, dass es eine merkliche Diskrepanz zwischen den Wünschen der Mieter und der aktuellen Realität auf dem Wohnungsmarkt gibt. Obwohl bezahlbarer Wohnraum für Mieter nach wie vor ein zentrales Anliegen ist, steigen Mietpreise in Großstädten im Gegensatz zu Kaufpreisen stetig an.

Digitale Annehmlichkeiten wie Highspeed-Internet und die Implementierung nachhaltiger Praktiken in Immobilien werden immer bedeutender für Mieter. Dabei haben knapp die Hälfte der befragten Mieter betont, wie wichtig ihnen der einfache Zugang zu Mobilitätsangeboten ist. Gleichzeitig fordern viele Mieter eine bessere Transparenz bezüglich ihrer Verbrauchsdaten.

Trotz der steigenden Bedeutung von Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, insbesondere aufgrund der zunehmenden Energiekosten und der Auswirkungen des Klimawandels, zeigen die Studienergebnisse, dass es oft an Wissen und konkreten Konzepten mangelt, um auf diese steigenden Anforderungen zu reagieren. Interessanterweise wird auch deutlich, dass Immobilienunternehmen Potenzial für zusätzliche Ertragsmöglichkeiten in diesem Bereich haben könnten.

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Elektromobilität als Chance im Immobiliensektor

Die rasante Entwicklung der Elektromobilität könnte eine solche Chance darstellen. Unternehmen wie Eternigy, eine Tochtergesellschaft des Investmentmanagers HIH Real Estate, bieten bereits Lösungen an, indem sie Ladestationen für Elektroautos in Tiefgaragen und auf Außenstellplätzen von Immobilien planen, errichten und betreiben. Solche Dienstleistungen werden nicht nur für das eigene Portfolio, sondern auch für externe Immobilieneigentümer, Fonds- und Vermögensverwalter angeboten.

Die Untersuchung der Aareal Bank zeigte zudem, dass fast ein Viertel der Mieter bereit wäre, ihr Elektroauto über einen vom Vermieter bereitgestellten Service aufzuladen. Der Ausbau solcher Dienstleistungen könnte daher eine lukrative Möglichkeit für Immobilienunternehmen darstellen, um auf die sich wandelnden Ansprüche der Mieter zu reagieren und gleichzeitig neue Einnahmequellen zu erschließen.

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Gleichzeitig ist die Immobilienbranche jedoch mit Herausforderungen konfrontiert, wie der Notwendigkeit, ihre Angebote und Geschäftsmodelle an die aktuellen Marktbedingungen anzupassen. In vielen Fällen besteht jedoch immer noch ein großer Unterschied zwischen den Wünschen der Mieter und der Realität auf dem Wohnungsmarkt. Es bleibt also abzuwarten, wie die Branche diese Herausforderungen bewältigen wird.

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Finanzen aktuell: Der Marktausblick

Die kommende Handelswoche steht unter dem Einfluss einer Reihe wichtiger Wirtschaftsdaten, die Investoren im Auge behalten sollten.

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Wichtige Wirtschaftsindikatoren für die kommende Woche 24

Zu Beginn der Woche am Dienstag werden die Konjunkturerwartungen in Deutschland veröffentlicht. Die Stimmung institutioneller Investoren könnte schwinden, wie das ZEW-Institut prognostiziert. Ein voraussichtlicher Wert von -14,0, gegenüber dem Vorwert von -10,7, könnte diese sinkende Zuversicht widerspiegeln.

Des Weiteren stehen am Dienstag die neuesten Daten zum Verbraucherpreisindex (VPI) für Deutschland an. Für den Monatswert im Mai wird ein Rückgang von -0,1% erwartet, während der Jahreswert bei 6,1% liegen soll. Dies könnte auf eine steigende Inflation hinweisen und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu einer strafferen Geldpolitik bewegen.

Die Aufmerksamkeit richtet sich Mitte der Woche, am Mittwoch, auf die USA. Hier gibt die Federal Reserve (Fed) ihre Wirtschaftsprognosen und die Zinsentscheidung bekannt. Die allgemeine Erwartung ist, dass der Leitzins unverändert bei 5,25% bleibt. Abweichungen von dieser Prognose könnten jedoch erhebliche Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben.

Am Donnerstag rücken die europäischen Märkte wieder in den Vordergrund, wenn die EZB ihre Zinsentscheidung trifft. Hier wird ein Anstieg des Leitzinses auf 4,00% erwartet, was die Attraktivität des Euro gegenüber anderen Währungen steigern könnte.

Zum Abschluss der Woche am Freitag veröffentlicht die Europäische Union den VPI für den Monat Mai. Es wird ein Jahreswert von 6,1% erwartet. Sollte der tatsächliche Wert höher ausfallen, könnte dies die Befürchtungen vor einer steigenden Inflation in der Eurozone weiter verstärken.

Insgesamt steht eine spannende Handelswoche bevor, in der eine Reihe von Wirtschaftsdaten und politischen Entscheidungen die Stimmung der Investoren und die Kursbewegungen an den Finanzmärkten beeinflussen könnten.

Die wichtigsten Unternehmensmeldungen im Überblick

In der kommenden Handelswoche bieten eine Reihe wichtiger Unternehmensberichte interessante Einblicke in verschiedene Branchen:

Am Dienstag, den 13. Juni, werden Motorcar Parts of America Inc. (#MPAA) und MIND Technology Inc. (#MIND) ihre Finanzergebnisse präsentieren. Die Anleger werden dabei insbesondere auf die Entwicklungen in den Branchen Automobilteile und Technologie gespannt sein.

Die Mitte der Woche, am Mittwoch, den 14. Juni, wird von den Berichten von Aurora Cannabis Inc. (#ACB) und Anterix (#ATEX) dominiert. Hier stehen die Branchen Cannabis und Kommunikationstechnologie im Fokus.

Am Donnerstag, den 15. Juni, werden die Ergebnisse von The Kroger Co. (#KR), Jabil Inc. (#JBL), Cognyte (#CGNT) und John Wiley & Sons Inc. (#WLY) erwartet. Mit Einzelhandel, Elektronik, Datenanalyse und Verlagswesen decken diese Unternehmen ein breites Spektrum von Branchen ab.

Investoren sollten diese Unternehmensberichte aufmerksam verfolgen, um die neuesten Trends und Entwicklungen in den verschiedenen Branchen zu erkennen und ihre Anlagestrategien entsprechend anzupassen.

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Quellen & Verweise[+]

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